Archäologische Funde deuten auf gemeinsames Schöpfen, Teilen und klare Reihenfolgen hin, die Hunger bändigten und Streit verhinderten. Wer zuerst probiert, wie viel genommen wird, und wann gedankt wird, formte ein Frühlexikon der Höflichkeit, das Vertrauen stärkte und Zusammenarbeit sicherte, besonders in harten Jahreszeiten.
An langen Brettern markierten Plätze, Messerlängen und Schüsseln die Nähe zur Macht. Obenauf lagen Bräuche, darunter lag Angst vor Krankheit, Verschwendung und Beleidigung. So lernten Haushalte, wie Speisen zirkulieren, Hände gewaschen werden, und wann ein Blick genügt, um Diener zu rufen.
Als Gängefolge und Menüdramaturgie aufkamen, verwandelte sich Essen in Bühne, auf der Respekt, Status und Diplomatie gespielt wurden. Rituale vom Serviettenfalten bis zur stummen Kommunikation zwischen Wirt und Gast machten Tische zu Verhandlungsterritorien, auf denen Frieden ebenso vorbereitet wurde wie Ehen.
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